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Weiterhin schwaches Marktumfeld belastet Ergebnis der Schifffahrt

Die TUI AG hat ihren Umsatz im 3. Quartal 2006 insgesamt gesteigert. Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche kletterte um 8,3 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro (Vorjahr 6,22 Milliarden Euro). In der Sparte Touristik verringerte sich der Umsatz leicht um 2,4 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro (Vorjahr 5,29 Milliarden Euro) während der Umsatz der Sparte Schifffahrt aufgrund der Integration von CP Ships um 73,0 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro (Vorjahr 873 Millionen Euro) wuchs.


Ergebnisse der Sparten
Die Ergebnisentwicklung der beiden Kernsparten verlief unterschiedlich. Während die Touristik auf Vorjahresniveau abschloss, trug die Schifffahrt ein verschlechtertes Ergebnis bei. Die Touristik erreichte im 3. Quartal ein Ergebnis (EBITA) in Höhe von 584 Millionen Euro (Vorjahr 583 Millionen Euro). In der Schifffahrt blieb das Ergebnis dagegen mit -25 Millionen Euro (Vorjahr 95 Millionen Euro) erheblich unter dem Wert des Vorjahresquartals. Insgesamt verzeichnet die TUI für die fortzuführenden Bereiche im 3. Quartal ein Ergebnis von 529 Millionen Euro (Vorjahr 708 Millionen Euro).

Einen positiven Beitrag zum Ergebnis der Touristik leisteten vor allem der Geschäftsbereich Europa Mitte mit einem operativ verbesserten Flugergebnis, der Bereich Europa Nord, die Hotelbeteiligungen sowie die Quellmärkte Belgien und Niederlande. Das Ergebnis im Bereich Europa Mitte konnte um 6,8 Prozent auf 173 Millionen Euro (Vorjahr 162 Millionen Euro) sowie im Bereich Europa Nord um 2,6 Prozent auf 235 Millionen Euro (Vorjahr 229 Millionen Euro) gesteigert werden. Wie bereits im vorangegangenen Quartal erwies sich auch im 3. Quartal insbesondere im Bereich Europa Mitte die Strategie Preisqualität vor Mengensteigerung als erfolgreich. Der Quellmarkt Europa Nord profitierte von der positiven Geschäftsentwicklung in den skandinavischen Ländern und bei einer schwächeren Marktentwicklung in Großbritannien von Strukturmaßnahmen des Vorjahres.

Die Entwicklung im Bereich Europa West hat sich dagegen auch im 3. Quartal nicht verbessert. Die verhaltene Nachfrage in Frankreich belastet sowohl das Geschäft von Nouvelles Frontières als auch das Geschäft der Fluggesellschaft Corsair.
Das schwache französische Marktumfeld konnte durch die gute Entwicklung in den Niederlanden und Belgien nicht aufgefangen werden. Insgesamt sank das Spartenergebnis für den Bereich Europa West um 18,3 Prozent auf 67 Millionen Euro (Vorjahr 82 Millionen Euro).

Der Bereich Zielgebiete (Zielgebietsagenturen und Hotelbereich) steigerte den Umsatz im 3. Quartal 2006 um 5,2 Prozent auf 207 Millionen Euro (Vorjahr 197 Millionen Euro). Das Ergebnis des Bereichs verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 112 Millionen Euro (Vorjahr 111 Millionen Euro). Die Zielgebietsagenturen entwickelten sich dabei unterschiedlich, insgesamt erreichte die Zahl der betreuten Gäste im 3. Quartal 2006 das mit 3,99 Millionen das Niveau des Vorjahres. Den Hotelbeteiligungen des Bereichs Hotels & Resorts gelang es im Berichtszeitraum ihre Auslastung auf dem hohen Niveau des Vorjahres zu halten.

Das Umfeld für die Schifffahrtssparte hat sich im 3. Quartal 2006 gegenüber dem vorangegangenen Quartal nur unwesentlich verändert. Im Berichtszeitraum war die Entwicklung gekennzeichnet durch reduzierte Frachtraten und hohe Kosten. Die ölpreisabhängigen Bunkerkosten sowie die Charterraten in allen Fahrtgebieten blieben auf einem hohen Niveau. Das Wachstum der transportierten Menge bewegte sich im 3. Quartal 2006 auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis fiel daher mit -25 Millionen Euro (Vorjahr 95 Millionen Euro) deutlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. In dem Ergebnis sind einmalige Aufwendungen für die Integration von CP Ships enthalten.


Ausblick
In der zum 31.10.2006 beendeten Sommersaison 2006 lagen die Gästezahlen der TUI konzernweit um 2,4 Prozent über dem Vorjahr. Die gebuchten Umsätze lagen mit einem Plus von 0,1% Prozent auf Vorjahresniveau. In die aktuelle Wintersaison ist die TUI mit einem ordentlichen Buchungsplus gestartet. Die touristischen Umsätze der Wintersaison liegen konzernweit um 5,8 Prozent und die Gästezahlen um 11,5 Prozent über den vergleichbaren Vorjahreswerten.

Hinsichtlich der Ertragsentwicklung (EBITA) der einzelnen Bereiche der Touristik zeichnet sich für das Geschäftsjahr 2006 ein uneinheitlicher Trend ab. Für den Bereich Europa Mitte ist mit einem verbesserten Ergebnisbeitrag zu rechnen.
Die eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen werden die daraus resultierenden einmaligen Aufwendungen mehr als ausgleichen.

Die in 2005 eingeleiteten Programme zur Restrukturierung in Großbritannien werden sich positiv auf das Ergebnis des Bereichs Europa Nord auswirken. Gegenläufig wirkt die seit den Sommermonaten eingetretene rückläufige Marktentwicklung. Die Entwicklung des Bereichs Europa West verläuft dagegen unterhalb der Erwartungen. Aufgrund der weiterhin anhaltenden Marktschwäche in Frankreich wird das Ergebnis des Bereichs Europa West im Gesamtjahr wahrscheinlich nicht positiv ausfallen. Der Vorstand der TUI AG hat bereits im August dieses Jahres einen Maßnahmenkatalog zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung für alle Bereiche des Konzerns angestoßen. Einzelmaßnahmen befinden sich derzeit in der Prüfung. Details werden am 15. Dezember 2006 bekannt gegeben.

In der Schifffahrt ist die Integration von CP Ships deutlich schneller als erwartet vorangegangen und mittlerweile nahezu abgeschlossen. Bereits im kommenden Jahr wird ein Großteil der zu erwartenden Synergieeffekte in Höhe von 220 Millionen Euro ergebniswirksam. Die Kosten für die Restrukturierung und Integration von CP Ships belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro und fallen zum größten Teil im Geschäftsjahr 2006 an. Umsatz und Ertrag der Sparte werden daher durch die erstmalige ganzjährige Einbeziehung von CP Ships geprägt. Trotz einer bisher positiven Entwicklung der Transportmengen wird davon ausgegangen, dass die Schifffahrtssparte das hohe Ergebnis des Vorjahres deutlich unterschreiten wird. Ursache hierfür sind die Kosten der Integration, die teilweise negative Entwicklung der Frachtraten insbesondere im Asienverkehr, die ölpreisbedingten höheren Bunkerkosten sowie die landseitigen Transportkosten. Vor dem Hintergrund der aktuellen externen Rahmenbedingungen muss davon ausgegangen werden, dass die einmaligen Integrationskosten zu einem negativen Ergebnis in der Sparte chifffahrt führen werden.

Für das Gesamtjahr 2006 erwartet der TUI Konzern ein nennenswertes Umsatzwachstum. Das Ergebnis der Sparten (EBITA) wird dagegen unter dem des Vorjahres liegen.



Entwicklung der Sparten im Detail

Touristik
Der Bereich Europa Mitte (Deutschland, Österreich, Schweiz sowie die Fluggesellschaften Hapagfly und Hapag-Lloyd Express) verzeichnete im 3. Quartal einen Anstieg der Gästezahl um 3,2 Prozent auf 3,8 Millionen (Vorjahr 3,7 Millionen).
Der Umsatz nahm jedoch um 0,8 Prozent leicht ab und lag bei 2,14 Milliarden Euro (Vorjahr 2,16 Milliarden Euro). Dafür sorgte aber ein operativ deutlich verbessertes Flugergebnis für eine insgesamt positive Entwicklung des Bereichs. Im 3. Quartal lag das Ergebnis des Bereichs Europa Mitte mit 173 Millionen Euro 6,8 Prozent über dem Vorjahreswert (162 Millionen Euro). In Deutschland war das Markt- und Wettbewerbsumfeld im Berichtszeitraum zwar schwierig, dennoch konnten die Veranstalter der TUI die Gästezahlen steigern. Außerdem schlug der Ertrag aus dem Sale-and-lease-back-Vertrag von einem Flugzeug mit 6 Millionen Euro zu Buche, dem  aber Aufwendungen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms zur Effizienzsteigerung in Höhe von ebenfalls 1 Millionen Euro gegenüberstanden.

Im Bereich Europa Nord (Großbritannien, Irland, Nordische Länder sowie die Fluggesellschaften Thomsonfly (Charter und Linie) sowie TUIfly Nordic) nahm die Zahl der Gäste in einem ebenfalls schwierigen Marktumfeld um 5,4 Prozent auf 2,36 Millionen ab (Vorjahr 2,49 Millionen). Der Umsatz sank entsprechend und lag mit 1,74 Milliarden Euro um 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,82 Milliarden Euro). Das Ergebnis des Bereichs lag mit 235 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr (229 Millionen Euro). Bereinigt um aperiodische Erträge fällt das Ergebnis des Bereichs Europa Nord im 3. Quartal 2006 leicht schlechter aus als im Vorjahr. Positiv wirkten sich allerdings die Restrukturierungsmaßnahmen aus, die im Vorjahr vorgenommen wurden. Diese verbesserten unter anderem durch Provisionskürzungen im Drittvertrieb die Kostenstrukturen.

Die Zahl der Gäste, die mit Veranstaltern des Bereichs Europa West (Frankreich, Belgien, Niederlande sowie die Fluggesellschaften Corsair, TUI Airlines Belgium, TUI Airlines Nederland) reisten lag im 3. Quartal 2006 mit 1,62 Millionen in etwa auf Vorjahresniveau (1,63 Millionen). Der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro (Vorjahr 1,05 Milliarden Euro). Hierzu trugen vor allem die positive Entwicklung in Belgien und den Niederlanden bei. Das Ergebnis des Bereichs Europa West war dagegen deutlich von der Entwicklung im französischen Markt geprägt. Im 3. Quartal lag das EBITA bei 67 Millionen Euro und somit 18,3 Prozent unter dem Vorjahr (82 Millionen Euro). Das weiterhin schwierige Marktumfeld beeinträchtigte das Geschäft bei Nouvelles Frontières und Corsair. Das gute Abschneiden der französischen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft, die momentane Nachfrageschwäche sowie der ölpreisbedingte Anstieg der Kerosinpreise führten zu Margenverlusten.
In den Niederlanden und in Belgien entwickelte sich das operative Geschäft positiv, beide Bereiche konnten das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern.

Der Umsatz im Bereich Zielgebiete (Zielgebietsagenturen und Hotelbereich) stieg im 3. Quartal auf 207 Millionen Euro (Vorjahr 197 Millionen Euro). Das Ergebnis des Bereichs blieb im 3. Quartal stabil und erreichte 112 Millionen Euro (Vorjahr 111 Millionen Euro). Insbesondere die Hotelbeteiligungen verzeichneten eine positive Entwicklung. Die Auslastung konnte im 3. Quartal auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden.


Schifffahrt
Im 3. Quartal 2006 erreichte die Sparte einen Umsatz in Höhe von 1,51 Milliarden Euro (Vorjahr 873 Millionen Euro), ein Plus von 73,1 Prozent. Die Zunahme resultierte hauptsächlich aus der Integration von CP Ships, die mittlerweile nahezu vollständig abgeschlossen ist. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Quartalen blieb die Transportmenge (Hapag-Lloyd inklusive CP Ships) im 3. Quartal 2006 mit 1,24 Millionen Standardcontainern (TEU) unverändert (Vorjahr 1,24 Millionen TEU).

Die im 3. Quartal durchschnittlich erzielte Frachtrate (Hapag-Lloyd inklusive CP Ships) lag mit 1.431 US-Dollar/TEU um 4,2 Prozent unter dem Vorjahresquartal (1.494 US-Dollar/TEU). Insgesamt fielen die Frachtraten wettbewerbsbedingt in fast allen Fahrtgebieten.

Auch im 3. Quartal 2006 standen dem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr höhere Kosten gegenüber: In allen Fahrtgebieten blieben die Charterraten und der ölpreisbedingte Anstieg der Bunkerkosten auf einem hohen Niveau. Daher fiel das operative Ergebnis erneut niedriger aus als im Vorjahr. Im Zuge der Restrukturierung und Integration von CP Ships entstanden außerdem einmalige Aufwendungen in Höhe von 14 Millionen Euro, die im 3. Quartal 2006 anfielen. Das Ergebnis des Bereichs Schifffahrt erreichte -25 Millionen Euro (Vorjahr 95 Millionen Euro).


Zentralbereich
Das Ergebnis des Zentralbereichs (Corporate-Center-Funktionen, Immobiliengesellschaften) fiel im 3. Quartal mit -30 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr. Grund für den Rückgang waren die im Vorjahr enthaltenen positiven Effekte aus  Bewertungen von Wandelrechten und Sicherungsinstrumenten.


Einzustellender Bereich
Nach dem Verkauf der PNA-Stahlhandelsaktivitäten im 2. Quartal verfügt der TUI Konzern über keine einzustellenden Bereiche mehr. Im 3. Quartal 2006 sind jedoch nachlaufende Erträge aus dem Verkauf der Schienenlogistik im Dezember 2005 in Höhe von 6 Millionen Euro angefallen.


Hinweis zur Berichtsstruktur Schifffahrt Ab dem 3. Quartal 2006 werden die Frachtraten und die Transportmenge für Hapag-Lloyd und CP Ships erstmals gemeinsam nach der geographischen Struktur der Fahrtgebiete dargestellt. Dafür wurden die CP Ships-Kennzahlen für 2006 entsprechend geschlüsselt und für die Vergleichszeiträume in 2005 pro forma ermittelt, um eine vergleichbare Darstellung zu erhalten.


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